Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

Die Jahreslosung 2020

Quelle: sokaeiko/pixelio.de

„Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebräer 11,6). Wir Christen reden ständig vom Glauben. Glauben ist das wichtigste! Du musst einfach glauben! Je mehr du glaubst, um so mehr bekommst du. Auch unsere Rechtfertigung vor Gott ist allein durch Glauben (und Gnade). Sola fide gehört zu den reformatorischen Fundamenten. Also musst du glauben. Und ist die Bibel nicht voll von Glaubenshelden? Menschen, die im Vertrauen auf Gott großes vollbrachten und spektakuläre Wunder erlebten? Oh ja. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich ein differenzierteres Bild:

 

  • –  Abraham und Sara konnten nicht glauben, dass sie in ihrem hohen Alter noch ein Kind empfangen würden.
  • –  Mose konnte nicht glauben, dass der Pharao auf ihn hören wird.
  • –  David konnte nicht mehr glauben, dass er einmal König werden würde.
  • –  Petrus konnte nicht glauben, dass die Kreuzigung zu Gottes Plan gehört.
  • –  Die Jünger konnten nicht glauben, dass Jesus auferstehen würde.
  • –  Paulus konnte nicht glauben, dass ein gekreuzigter Galiläer der Messias sein soll.
    Trotzdem hat Gott mit ihnen Geschichte gemacht!

Die Jahreslosung 2020 kommt aus dem Mund eines Mannes, dessen Sohn von Kindheit an unter einem bösen Geist leidet. Die Symptome deuten auf Epilepsie hin, doch letztendlich geht es um den Kampf der gottfeindlichen Mächte gegen den Menschen, als das Abbild dieses Gottes.

Schon unzählige Male ist der Vater enttäuscht worden. Kein Arzt konnte ihm helfen, kein Rabbi, kein Priester, selbst die Jünger Jesu nicht. Schließlich schaltet sich der Herr selbst ein und lässt sich die Not schildern. „Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“, mit diesem Appell schließt der Mann seinen Bericht.

Und Jesus? Auch er verweist auf den Glauben: „Wenn du kannst? Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“

Da kann der Vater des Jungen nur noch schreien: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9, 24). Das war‘s dann wohl: „Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen. Komm wieder, wenn du wirklich glauben kannst…“

Doch genau das sagt Jesus nicht zu ihm. Der Herr wendet sich nicht ab, er wendet sich dem geplagten Jungen zu und schenkt ihm neues Leben. Die Finsternis muss weichen, Jesus ist stärker, nicht nur stärker als die Krankheit, sondern auch als der Glaube oder Unglaube des Vaters. Dessen demütige und ehrliche Einstellung genügt ihm.

Die Jahreslosung ermutigt uns offen und ehrlich vor Gott zu treten. Sie ermutigt uns unsere eigene Begrenztheit einzugestehen, zu der auch die Begrenztheit unseres Glaubens gehört.
Und doch ist Gott da und er ist größer und vor allem: Er will das Leben. Und das wird über kurz oder lang auch den Sieg erringen.

Die Geschichte von dem hin- und hergerissenen Vater bewahrt uns auch davor, den Glauben als ein Werk anzusehen, eine Leistung, die wir bringen müssen, damit Gott uns annimmt oder hilft. Wie viele Behinderte sind schon aus Heilungsgottesdiensten mit einer doppelten Last nach Hause gefahren. Neben der Bürde ihrer Krankheit, die trotz großer Hoffnung und Gebeten nicht weggenommen wurde, plagt sie jetzt noch das Gefühl selbst daran schuld zu sein, weil sie angeblich einen zu kleinen Glauben haben. Das widerspricht dem Evangelium fundamental.

Der Vater dagegen – auch wenn er Zweifel hat – handelt letztendlich genau nach dem reformatorischen Grundsatz: allein die Gnade, allein durch Glauben. Denn er gibt alles in die Hand des Herrn, er verlässt sich ganz auf Jesus, auf nichts anderes – nicht einmal auf seinen Glauben. Und die Mächte der Finsternis müssen fliehen.

Andreas Schmidt

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Ihre Stefanie Schuster 
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... sondern lebenstaugliche Wahrheiten.


Diesen Satz schrieb mir ein Kollege, als ich um Gebetsunterstützung für den Auftritt in einer Fernsehsendung bat. Das waren wirklich ermutigende Worte. Wer sollte zum Thema Beziehung, Ehe und Sexualität Kompetenteres zu bieten haben als unser Schöpfer? Die Leitlinie Liebesleben ist in der Gemeindepraxis und für die Gemeindepraxis entstanden. Sie ist aus Sicht einer Gemeindeleitung verfasst, die sich der Aufgabe gestellt hat, gewinnend, liebevoll und klar Standpunkte zu sexualethischen Fragen zu formulieren. Viele Leiter kennen Situationen, in denen sie mit Sichtweisen und Lebensstilen konfrontiert werden, die sie nicht gutheißen können, weil sie im Widerspruch zu ihren biblisch-ethischen Überzeugungen stehen. Oft fehlt es an Argumenten, manchmal auch an Mut, diese Dinge offen anzusprechen. Für solche Situationen will die Leitlinie Liebesleben eine Orientierungs- und Argumentationshilfe sein. Sie umfasst nicht alle denkbaren Fragen dieses Themenfeldes, sondern versucht sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Die Leitlinie wird vermutlich nicht überall auf Zustimmung treffen, aber sie wirbt um Zustimmung und um einen Lebensstil, der sich an biblischen Maßstäben orientiert.


Markus Schäller

Leiter der Ehe- und Familienarbeit bEHErzt

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